Das ILB (Internationaal Literatuurbureau) ist eine moderne, effiziente Literaturagentur mit über einem halben Jahrhundert Erfahrung im Verlagswesen. Das Familienunternehmen hat seinen Sitz in Amsterdam und wird von Linda Kohn, der Enkelin des Stifters Kohn, geleitet. Das ILB hat eine nationale und internationale Kundschaft.
Mission Statement
„Ich sehe meine Aufgabe als Literaturagentin in der Funktion eines ‚matchmaker’. Eine Agentur bildet den Mittelpunkt der literarischen Welt und ist besonders geeignet, den Verkaufsprozess der Urheberechte auf solche Weise zu lenken, dass die Rechte an den am besten geeigneten Verlag übertragen werden. Das ILB berät seine Klienten, führt die Vertragsverhandlungen und den Zahlungsverkehr durch,“ sagt Linda Kohn.
Die Kunden des ILB sind in u.a. in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Südamerika, England und Kanada angesiedelt. Das ILB ist ein Familienunternehmen, das internationale Kundschaft mit persönlichem Kontakt und stetigen Arbeitsbeziehungen kombiniert.
Ein Beispiel dieser persönlichen Herangehensweise des ILB ist die Veranstaltung ‚Lindas Literarischer Lunch’. Bei dieser Veranstaltung kommen Verleger, Herausgeber, Autoren und andere Literaturinteressierte zusammen und diskutieren aktuelle Entwicklungen der literarischen Welt.
Mit derartigen Aktivitäten vereint das ILB seine lange Tradition mit einem ausgeprägten Gespür für moderne Entwicklungen.
Geschichte
Das ILB wurde von Hein Kohn gegründet. Kohn flüchtete 1933 aus Nazideutschland in die Niederlande. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte Kohn sein weitläufiges literarisches Netzwerk, dem u.a. Autoren wie Thomas Mann und Bertolt Brecht und der Verleger Peter Suhrkamp angehörten, um in den Niederlanden eine Agentur für Literatur zu gründen. Dadurch hat das ILB wesentlich zur Wiedereinführung der deutschen Literatur in die Niederlande beigetragen.
In den 70er Jahren übernahm Kohns Sohn Menno die Leitung der Agentur. Menno Kohn erweiterte den Arbeitsbereich um englische, amerikanische und südamerikanische Literatur. Autoren wie Jorge Borges, Julio Cortázar, John Fowles und Stephen King werden vom ILB in den Niederlanden vertreten.
2003 habe ich, Linda Kohn, das ILB wiederum von meinem Vater übernommen. Einige Zielsetzungen, die ich bereits realisiert habe, sind der Umzug von Hilversum nach Amsterdam, die Einführung von ‚Lindas literarischem Lunch’ und dieser Webauftritt. Ich beabsichtige, dieses besondere Familienunternehmen noch zu erweitern.
Ein Überblick über die Geschichte des ILB wurde veröffentlicht in: Cross-Over Literature. 55 jaar Internationaal Literatuur Bureau (2006 Aspekt)
Team
Linda Kohn
Linda Kohn ist Literaturagentin. Sie hat die Studiengänge ‚Information and Public Relations’ sowie Buch- und Informationswissenschaft an der Akademie für Journalistik in Tilburg bzw. der Universität von Amsterdam absolviert. Danach arbeitete sie als Content-Manager bei ElmarReizen und als Verlagsassistentin in der Kinderbuchabteilung des Verlags Gottmer.
2003 übernahm sie die Führung des ILB von ihrem Vater Menno Kohn.
Anne Thiele
Anne Thiele wuchs in Deutschland auf und zog 1997 für ihr Studium der Kreative Therapie in die Niederlande. Sie absolvierte an der Hochschule für Bildende Kunst in Arnheim den Studiengang Grafik Design und arbeitete seitdem in diversen Anstellungen sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden. Seit Juni 2009 ist sie beim ILB.
Janne de Vries
Janne de Vries hat Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert an der Humboldt Universität Berlin und an der Universität von Amsterdam. Sie unterrichtet Deutsch am Barlaeus Gymnasium und arbeitet als Übersetzerin. Beim ILB arbeitet sie freiberuflich.
Warum eine Literaturagentur?
In diesem digitalisierten Zeitalter ist eine -Literaturagentur eine Notwendigkeit. Das Internet macht zwischenmenschliche Beziehungen zunehmend unpersönlich. Die Aufgabe einer Literaturagentin ist deshalb die Vermittlung zwischen ausländischen Verlagen und ihren Büchern und einem neuen Markt.
„Durch die persönliche Herangehensweise und die vielen Kontakte ist das ILB imstande, schnell auf neue Entwicklungen einzugehen. Mir ist häufig aufgefallen, dass eine persönliche Atmosphäre viele neue literarische Projekte hervorbringen kann,“ Linda Kohn.
Die persönliche Herangehensweise des ILB ist für den flexiblen Umgang mit den nationalen Besonderheiten des literarischen Marktes, die sich stark unterscheiden können, von Bedeutung. Das niederländische und das deutsche Verlagswesen sind in mancherlei Hinsicht sehr verschieden. Aufgrund unserer langjährigen und oft freundschaftlichen Beziehungen zu sowohl niederländischen als auch internationalen Verlagen ist uns der Umgang mit verschiedenen literarischen Kulturen vertraut.
Arbeitsbereich / Aktivitäten / Tätigkeiten
Ein lokaler Literaturagent kennt die Verleger, weiß, was die Trends sind und wer wo arbeitet. Ein wichtiger Aspekt ist die Beratung ausländischer Kunden, die Vermittlung ihrer Bücher, die Vertragsverhandlungen und die Verwaltung des Zahlungsablaufs.
Ich suche neue Wege, für die Autoren, die wir repräsentieren, zu werben und ihre Rechte zu verkaufen. Dieser Webauftritt und das dazugehörige Rundschreiben gehen aus diesem Anliegen hervor. Überdies lade ich oft Verleger zu mir ins Buro ein oder besuche sie. Herausgeber, Verleger und Autoren wissen es zu schätzen, wenn man ihnen Zusätzliches bietet. Deshalb ist es wichtig mit den Leuten zu reden und zu hören was man machen kann um ihnen in ihren Wünschen entgegenzukommen.
Es ist eine Kunst, neue Wege zur Unternehmensführung zu finden. Es gibt zum Glück zahlreiche Möglichkeiten. Immer öfter werde ich von niederländischen Autoren gefragt, ob ich ihre Urheberechte verwalten oder das Lektorat für ihr Buch übernehmen möchte. Das Buch ‚Tussen bank en schip’ von Emilie van Outeren z. B. ist bereits auf dem Markt.
Ich bin die jüngste Literaturvermittlerin der Niederlande und zugleich in der ältesten Agentur unseres Landes tätig. Darauf bin ich sehr stolz. Im Dezember 2006 haben wir unser 55-jähriges Jubiläum gefeiert. Wir sind 55 Jahre jung und ich blicke der Zukunft munter und erwartungsvoll entgegen.